Nächste Sitzung: Montag, den 17.05.10
10:30 h bis 15:00 h, Langenbeck-Virchow-Haus, Luisenstr. 58/59, 10117 Berlin
Thema: „Elektronische Gesundheitsakte (EGA) - Top oder Flop ? Welchen Mehrwert bringt die EGA für die Patientenversorgung"
Referenten:
- Dr.Klaus Juffernbruch (Cisco Systems)
- Vertreter der Barmer-GEK
Die AG Prozess- und IT-Management
Leitung: Dr. Dominik Deimel
Der Morbi RSA Grouper, Schwester AGnES sowie leitlinienorientierte Versorgung bestimmten die Themen in der AG Prozess- und IT-Management“ (AG PIT) im Jahr 2009. 30 bis 50 Teilnehmern pro Veranstaltung zeigten, dass diese Themen für die BMC Mitglieder von großem Interesse sind.
I. Die Rolle des Morbi-RSA-Groupers für das Versorgungsmanagement
Gesundheitsfonds und Morbi-RSA verändern die Zahlungsströme und Anreizsysteme. Dass dieses nicht nur ein politisches Thema ist, sondern auch die Unterstützung von Informations-technologie erfordert, wurde in der ersten Sitzung der Arbeitsgruppe Prozess- und IT-Management im Februar 2009 diskutiert. Dr. Thomas Zahn von DXcG gab einen Abriss über die verfügbaren Technologien im Bereich des Morbi-RSA Groupers und Lösungen zum Predicitve Modelling. Für die Deutsche BKK berichtete Axel Schönwolf über den klaren Wandel der Krankenkassen weg vom Kostenmanagement hin zum verbesserten Versorgungsmanagement. Der Morbi-RSA wirkt für die Kassen hierbei als Katalysator und die Grouping Software hilft, die Daten zu analysieren und die betroffenen Patienten zu identifizieren. Christian Grete von Hildebrandt GesundheitsConsult stellt in seinem Vortrag fest, dass der Morbi - RSA eine Referenzgröße für die Etablierung neuer Versorgungs-konzepte darstellt. Die Gruppierung und somit auch die Erlös-Transparenz erlaubt innovativen Gesundheitsdienstleistern, neue Versorgungsmodelle an dieser Erlös-„Messlatte“ auszurichten.
II. Schwester AGnES
In der AG - Sitzung im Mai 2009 stand mit Schwester AGnES ein innovatives Versorgungs-modell auf dem Prüfstand, welches von Prof. Wolfgang Hoffmann, Institut für Community Medicine, Greifswald vorgestellt wurde. Das Projekt Schwester AGnES , als Lösung für die Verbesserung der Patientenbetreuung in unterversorgten Regionen, bedarf neben der Bereitschaft der niedergelassen Ärzte zur Mitarbeit auch die technische Unterstützung im Bereich Telematik und Telemedizin. Dr. Dominik Graf von Stillfried, Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung sowie Dirk Russ, Arzt Manager Business Development bei PHTS Telemedizin, Düsseldorf diskutierten über die Voraussetzungen, die geschaffen werden müssen, um Konzepte wie Schwester AGnES flächendeckend in Deutschland einzuführen.
III. Leitlinienorientiertes Versorgungsmanagement
Zukunftsfähiges leitlinienorientiertes Versorgungsmanagement erfordert systematische Evidenzanalysen, konsequente Integration der Leitlinien in Qualitätsmanagement - Programme sowie verbesserte IT – Vernetzung. Darin waren sich die Teilnehmer des letzten Workshops der AG PIT im Jahr 2009 einig. Dabei steht nicht nur die Veränderung zentraler Arbeitsprozesse im Vordergrund. Vielmehr spielt die leitliniengerechte Versorgung über Sektorengrenzen hinweg eine wesentliche Rolle für Patienten, behandelnde Ärzte und das Gesundheitssystem insgesamt.
In seinem Erfahrungsbericht zur Entwicklung und Umsetzung der deutschen und europäischen Psoriasisleitlinien machte Prof. Dr. Berthold Rzany, Charité, deutlich, wo die aktuellen Defizite liegen. Rapide Veralterung von Leitlinien in Bereichen mit hohem medizinischem Fortschritt, die begrenzte Gültigkeit („Verfallsdatum“) sowie der hohe Bedarf an zeitlichen, personellen und finanziellen Ressourcen. Dr. Stephan Kochen, Solinger Ärztenetz Solimed, veranschaulichte wie es trotz Leitlinienfülle, komplexer Diagnostik, Therapie und Bürokratisierung gelingt, Leitlinien erfolgreich in den Praxisalltag zu integrieren. Alle Praxen wurden auf ein einheitliches EDV – System umgestellt und über eine Software vernetzt. Hans-Adolf Müller vom Gesundheitsnetz Prosper präsentierte die erfolgreiche Umsetzung der integrierten Versorgung für hochbetagte Patienten „ProSenior“ und für Patienten mit „Diabetes Typ 2“. Mit ProSenior bieten die Knappschaft, das Herner Ärztenetz e. V. und das Marienhospital Herne Versicherten ein bedarfsgerechtes Behandlungsangebot.



