Nächste Sitzung: Donnerstag, den 20.05.10

16:00 h - 18:00 h BMC-Geschäftsstelle, Friedrichstr. 136, 10117 Berlin

Die AG - Sitzung Prävention findet im Rahmen des Hintergrundgespräches mit Frau Prof. Dr. Elisabeth Pott (Direktorin Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung) zum Thema: "Zwischen Zeigefinger und Eigenverantwortung - Ansätze für erfolgreiche Prävention" statt.

 

 

Die AG Prävention

Leitung: Dr. Wolfgang Klitzsch

Alle parteipolitischen Programme im Vorfeld der Bundestagswahl 2009 betonten die Bedeutung der stärkeren präventiven Ausrichtung der gesundheitlichen Versorgung in Deutschland. Die Erfahrungen der letzten Jahrzehnte zeigen jedoch, dass zwischen Deklaration und faktischer Veränderung der Gesundheitspolitik eine große Lücke klafft und die Gefahr wieder besteht, dass die Prävention in beliebiger Latenz verbleibt. Die Relevanz des Themas Prävention ist aber weiterhin absolut unbestritten. Die Arbeitsgruppe erarbeitet aktuell einen „Impulsgeber Prävention“. Der Zwischenruf soll daran erinnern, dass ohne präventive Ausrichtung das deutsche Gesundheitswesen unvollkommen ist.

Die Gründe des politischen Scheiterns zum Thema Prävention liegen in Zuständigkeitskonflikten zwischen Bund- und Landesebene, in einer fehlenden konsistenten Haltung der Gesetzlichen Krankenkassen, zu gering ausgeprägter Unterstützung seitens der Ärzteschaft, fehlender stabiler Anreize, einer gewissen wissenschaftlichen Konzeptionsunsicherheit und in der Tatsache, dass langfristiges Handeln im Wettbewerb offensichtlich kaum gelingt.

Im Vordergrund stehen, die gesundheitlichen Gefährdungen in der Kindes- und Jugendphase (Sucht, fehlende Lebensperspektive, Gewalt, Bildungsdefizite), die möglichen großen Präventionsgewinne mit Blick auf das Alter (eigenständiges Leben, Sturz- und Demenzprävention) und der wachsende Anteil psychischer Erkrankungen in unserer Gesellschaft. Er belastet alle Sozialversicherungsträger gleichermaßen. Ein fortgesetztes politisches Nichthandeln wird unsere Gesellschaft sehr teuer kommen. Das Fehlen der Prävention stabilisiert die Übernutzung des Gesundheitssystems und die Fiktion, Gesundheit könne allein von außen herstellt werden.

Der Einzelne als Akteur und Verantwortlicher für seine Gesundheit sowie die gesell-schaftlichen Bedingungen geraten aus dem Blick. Nicht die Symptome (z. B. Suchtverhalten) sollten in den Blick genommen werden, sondern die zugrunde liegenden Bedingungen. Dies erfordert eine grundlegende investive Perspektive im deutschen Gesundheitswesen. Diese muss ressort - und trägerübergreifend und auf lange Zeit stabil angelegt sein (Nachhaltigkeit).

Die investive Ausrichtung des deutschen Gesundheitswesens bzw. die Stärkung des Elements Prävention gelingt nicht allein im Wettbewerb. Der Wettbewerb kann dann einen Beitrag leisten, wenn Modelle zu evaluierten, gesicherten Ergebnissen führen, die wieder ins System zurückgeführt werden (rationales Lernen des gesamten Systems).

Der BMC hält eine soziale Bewegung für erforderlich, die möglicherweise durch ein Präventionsgesetz gestützt werden könnte. Sie fordern alle gesellschaftlichen Kräfte (Unternehmen, öffentliche Hand, gesellschaftliche Initiativen) auf, dieser Initiative beizutreten.

Die Arbeitsgruppe ist davon überzeugt, dass innerhalb des Gesundheitsfonds ein relevanter Anteil in die investive Neuorientierung des Systems fließen sollte, alle Aktivitäten insbesondere regional zu koordinieren sind, moderne Kommunikationsformen genutzt werden müssen, die Lebensbedingungen der Betroffenen eingehend zu analysieren sind, Verhaltensalternativen aufgezeigt werden müssen und die Veränderungen nur im Dialog mit den Betroffenen gelingen können.

BMC-Termine 2010

 

BMC-Schriftenreihe Band IV

Das Gesund-
heitsunter-
nehmen als
Versorger
der Zukunkft

 

 

Perspektiven erkennen
Chancen ergreifen
Strategien umsetzen

 

BMC-Schriftenreihe Band III

Managed Care
in Europa

 

 

 

 

 

BMC-Schriftenreihe Band I, 2. Auflage

Integrierte
Versorgung
und Medizi-
nische Ver-
sorgungs-
zentren