Nächste Sitzung Dienstag, den 18.05.10

10:30 h bis 16:00 h Langenbeck-Virchow-Haus, Luisenstr. 58/59, 10117 Berlin

In der AG "Neue Versorgungsformen" stehen die Selektivveträge unter dem Titel: "Selektivverträge - Anforderungen an den Gesetzgeber" im Mittelpunkt der Diskussion.

In 2010 wird das Gesundheitsministerium die Vorgaben für die Gesundheitsreform 2011 erarbeiten. In diesem Kontext sollte der BMC wichtige Themen frühzeitig adressieren und wir uns als Arbeitsgruppe Neue Versorgungsformen - wie schon in den letzten Jahren - in diesen Prozess aktiv einbringen.

Die AG NVF soll deshalb im ersten Teil mit externer Unterstützung kurz die Herausforderungen im Bereich der Selektivverträge an den Gesetzgeber aus Sicht der Kassen und der Leistungserbringer rekapitulieren, um dann im zweiten Teil in interdisziplinären Arbeitsgruppen konkrete Fragestellungen und Anregungen zu formulieren, die in der weiteren Ausgestaltung und nach Abstimmung mit dem Vorstand des BMC als "Maßnahmepapier" ans BMG gegeben werden können. Dieser Prozess wird auch das zweite AG-Treffen in 2010 bestimmen.

Als Referenten dürfen wir begrüßen Frau Bärbel Bächlein (OptiMedis AG) sowie angefragt ist Herr Christian Traupe (AOK Berlin-Brandenburg).

 

Die AG neue Versorgungsformen

Leitung: Herr Dr. John N. Weatherly

Die AG „Neue Versorgungsformen“ (AG NVF) hat im Jahr 2009 viermal getagt, Die durchschnittliche TN-Zahl lag bei gut 30 Personen. Ralph Lägel, Prof. Rainer Seiler und Dr. Klaus Meyer-Lutterloh unterstützten Teamleiter Dr. John N. Weatherly.

10. Februar 2009
Die Arbeitsgruppe beschäftigte sich in ihrer ersten Sitzung mit der Erarbeitung eines modularen Strategiemodells für das Behandlungsmanagement von chronischen Er-krankungen. Zunächst arbeitete die AG die 10 wichtigsten Indikationen (Rückenleiden, Bluthochdruck, Arthrosen, Herzinfarkte/ischämische Herzkrankheiten, Diabetes, Demenzen, Depressionen, Tumoren der Verdauungsorgane, Neurotische Belastungs-, somatoforme Störungen, Herzinsuffizienzen) heraus und konnte so die wichtigsten Handlungsfelder chronisch Kranker sowie Lösungsstrategien.diskutieren

Das einhellige  Ergebnis: Leitlinien/Guidelines müssen verbessert, fach- und sektorisierte Zusammenarbeit intensiviert sowie die Patienteninformation und Primärprävention gestärkt werden. Hausärzten kommt hier eine zentrale Aufgabe zu. Dieses Thema muss aus Sicht der AG weiter in den AG’s bearbeitet und von Seiten des BMC noch mehr in die Öffentlich-keit getragen werden.

12. Mai 2009
In der zweiten Sitzung setzte sich die AG intensiv mit den Auswirkungen der Finanzkrise das Gesundheitswesen auseinander. Die eingeladenen Experten gehen grundsätzlich davon aus, dass die Finanzkrise in der Realwirtschaft angekommen ist. Bisher seien jedoch allenfalls nur geringe Auswirkungen auf die Gesundheitsindustrie zu beobachten. Verschärft werde jedoch das Einnahmeproblem der GKV. Das staatliche Darlehen für den Gesundheitsfonds verschiebe den Druck zur Kostensenkung bis ins Jahr 2011. Dieser Druck wird an die Leistungserbringer weitergegeben und die Notwendigkeit zur Kooperation wird unter Leistungserbringern weiter zunehmen. Sektorengrenzen werden sich auflösen und neue Kooperationsformen sich weiterentwickeln. Trotz der Krise bleibt das Gesundheits-wesen ein Wachstumsmarkt. Kurzfristige Einbrüche privater Gesundheitsausgaben sind allerdings möglich.

Die Gründung des Arbeitsstabes für Gesundheitswirtschaft und soziale Dienstleistungen („AST GeSo“) beim Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie ist ein Beleg dafür, dass das Gesundheitswesen in diesem Ministerium unter Marktgesichtspunkten „angekommen“ ist. Diese neue Sichtweise wird als ein Paradigmenwechsel - vom Kostenfaktor zum Wachstums- und Beschäftigungsmotor – gesehen. Das Ministerium sieht sich auch als Ansprechpartner für die Leistungserbringer.

Als Folge der Wirtschaftskrise ist nach Meinung der Experten eine Neuordnung der Krankenhauslandschaft zu erwarten. Grund ist die Unterfinanzierung der Krankenhäuser, hauptsächlich wegen hoher Personalkosten (70 %). Gleichzeitig werden die Kommunen zudem geringere Steuereinnahmen verzeichnen. Es werde daher zunehmend schwieriger, die Kosten für die Kliniken zu tragen und mögliche Defizite auszugleichen. Das Geld aus dem Konjunkturprogramm II werde den Investitionsstau nicht beheben. Ein zunehmender Privatisierungstrend sei wahrscheinlich. Positive Zukunftsperspektiven werden für die Pflege prognostiziert, den Sektor mit rasant steigender Nachfrage trotz weltweiter Finanzkrise

Inwieweit die Gesundheitswirtschaft insgesamt krisenresistent ist, kann nach Ansicht der Experten nicht eindeutig beantwortet werden. Die Gründe liegen in der differenzierten Struktur des Gesundheitswesens (hoher Dienstleistungsanteil, geringe Exportorientierung hohe Nachfrage nach Gesundheit, Vitalität und Wohlbefinden) Hinzu kommt der (zu?) hohe Anteil staatlicher Aktivität und Regulierung.

15. September 2009
An diesem Tag fand das  Symposium „Koordination und Integration – Gesundheits-versorgung in einer Gesellschaft des längeren Lebens“ statt, in dem die Mitglieder des Sachverständigenrates zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen ihr Sondergutachten 2009 vorstellten. Die Arbeitsgruppe nutzte diese Chance und nahm an der Veranstaltung teil.

In dem Gutachten hat sich der Sachverständigenrat mit einer angemessenen Versorgung aller Generationen und Altersgruppen beschäftigt, angefangen in der Kindheit, in der es gilt, die Grundlagen für ein gesundes Leben zu schaffen. Zugleich wurden Konzepte für die bessere Versorgung von chronisch und mehrfach erkrankten Patienten sowie die Koordination und der individueller Zuschnitt der Leistungen beleuchtet.

Das komplette Sondergutachten sowie Präsentationen der Mitglieder des SVR und Ko-Referenten (u.a. des BMC-Vorstandsvorsitzenden), stehen auf der Website des SVR zum Download bereit. Link: http://www.svr-gesundheit.de

10. November 2009
Ziel der Arbeitsgruppe war es, zwei fachärztliche Versorgungsmodelle im Rahmen des Kontextes Chronic Care darzustellen und die Vernetzungsanforderungen an einen modernen Facharzt in der Zukunft zu diskutieren.

Die Frage, wie fachärztliche Versorgungsmodelle grundsätzlich  in das System von Managed Care eingeordnet werden können und welche Bedeutung neue Versorgungsformen haben, stand am Anfang der Diskussion. Deutlich wurde, dass Managed Care eines von mehreren möglichen Konzepten ist und eher als ein "Instrumentenkasten" zur Lösung von Versorgungsproblemen zu verstehen ist.

Das Versorgungsmodell zur integrierten Versorgung für Patienten mit Malignen Lymphomen durch niedergelassene und am Krankenhaus beschäftigte Fachärzte (Köln) hat das Ziel, möglichst allen Patienten von Anfang an eine Therapie nach den international führenden Konzepten der deutschen Lymphomstudiengruppe zugänglich machen. Auf diese Weise werden eine qualitätsgesicherte Therapie und ein transparenter Behandlungsprozess gewährleistet. Durch die ständige Evaluation der Ergebnisse sollen die Heilungschancen optimiert werden.

Das kardiologische fachärztliche Versorgungsmodell "Pro Cardio Plus" (IV-Vertrag) umfasst spezifische Versorgungsmaßnahmen der BARMER GEK in Berlin und Brandenburg im Bereich Kardiologie. Die sinnvolle Zusammenfassung der Teilbereiche Kardiochirurgie, inter-ventionelle Kardiologie, telemedizinische Betreuung der Herzinsuffizienz und das Ver-sorgungsmanagement Herzinsuffizienz etabliert besondere Qualitätsstandards sowie Transparenz bei der medizinischen Versorgung. Das Modell ist ein erfolgreiches Beispiel für die Verlagerung von Leistungen aus dem stationären in den quasi-ambulanten bzw. kurz-stationären Bereich.

Im zweiten Teil diskutierte die AG mit Dr. Andreas Hellmann über die Vernetzungs-anforderungen an den modernen Facharzt, wobei auch auf die Implikationen der hausarzt-zentrierten Versorgung für die Fachärzteschaft eingegangen wurde. Der Vorsitzende der Vertreterversammlung der KBV arbeitete klar die für die Ärzteschaft resultierende Problematik aufgrund des Wechsels vom Kollektivvertragssystem zu einem gemischten System aus Kollektiv- und Selektivvorträgen heraus. Dabei wurde nicht mit kritischen Anmerkungen in Bezug auf diesen Prozess gespart. Gleichzeitig wurde jedoch deutlich, dass ein nicht adäquates Reagieren der Fachärzteschaft auf diese Vorgänge langfristig zu berufs-politischen und versorgungspolitischen Problemen führen muss.

Innovative Strukturen und Prozesse der Gesundheitsversorgung sowie deren Management werden auch künftig zentrale Themenfelder der AG Neue Versorgungsformen sein. Dieses Profil dient der Orientierung der AG-Mitglieder bei der Themenvielfalt im BMC und sollte möglichst unverwechselbar erhalten bleiben. Dazu zählen auch die Teamarbeit der Gesundheitsberufe, Förderung des Patienten-Selbstmanagements, Einsatz von IT und Telematik sowie die Qualitätssicherung.

BMC-Termine 2010

 

BMC-Schriftenreihe Band IV

Das Gesund-
heitsunter-
nehmen als
Versorger
der Zukunkft

 

 

Perspektiven erkennen
Chancen ergreifen
Strategien umsetzen

 

BMC-Schriftenreihe Band III

Managed Care
in Europa

 

 

 

 

 

BMC-Schriftenreihe Band I, 2. Auflage

Integrierte
Versorgung
und Medizi-
nische Ver-
sorgungs-
zentren