Nächste Sitzung: Montag, den 31.05.2010

11:00 h bis 15:00 h Langenbeck-Virchow-Haus, Luisenstr. 58/59, 10117 Berlin

Thema: "Patiententourismus in Europa - 6 jahre Osterweiterung - Bilanz eines fraglichen Trends"

Mit Frau Martina Merten (freie Gesundheitsjournalistin) und Frau Dr. Caroline Wagner (Techniker Krankenkasse) ist es uns gelungen, ausgewiesene Expertinnen zu gewinnen.

Die AG Managed Care in Europa

Leitung: Prof. Dr. Volker Amelung

Im Fokus der Arbeitsgruppe „Managed Care in Europa“ standen 2009 das Gesundheits-system Spaniens am Beispiel eines innovativen populationsorientierten Versorgungspro-jektes, die Rolle des National Institute for Health and Clinical Excellence (NICE) für das englische Gesundheitssystem sowie die Potentiale von Präferenzmessungen.

I. Versorgungsprojekt Denia
Ein Problem des spanischen Gesundheitswesens ist die Verwaltung und Organisation der gesetzlichen Krankenversicherung. Die DKV Segurus übernahm im Herbst 2008 auf 15 Jahre die öffentliche Versorgung der spanischen Region Denia, für 250.000 Einwohner und jährlich 350.000 Touristen. Durch die Organisation der gesamten medizinischen Versorgungskette aus einer Hand (Managed Care), verbesserte sich nicht nur die Qualität der Gesundheitsversorgung. Auch die Kosten ließen sich reduzieren. Die Strategie, Ver-sicherungsschutz, Gesundheitsservice und medizinische Versorgung aus einer Hand anzu-bieten, besitzt für die DKV durchaus Modellcharakter auch für andere Europäische Regionen.

II. Präferenzen im Gesundheitswesen
Die Orientierung der Gesundheitsversorgung an den Bedürfnissen der Patienten wird momentan durch unzureichende Berücksichtigung der Patientenpräferenzen erschwert. Vor dem Hintergrund zunehmenden Wettbewerbs und steigender Nachfrage nach Innovationen gewinnt das Messen unterschiedlicher Patientenpräferenzen (z.B. IV-Verträge, Wahltarife) an Bedeutung. Im Fokus steht nicht nur der monetäre Nutzen. Vorwiegend beweist sich der Wert einer Innovation an den positiven Wirkungen bei den Patienten, denn nur hier können Therapieeffekte eines medizintechnischen Produkts oder eines Arzneimittels beobachtet werden. Sogenannte Conjoint-Analysen oder Discrete Choice Experimenten können Rückschlüsse auf den individuellen Nutzen liefern.

III. National Institute for Health and Clinical Excellence (NICE)
Das NICE in Großbritannien blickt auf 10-jährige Erfahrung zurück und hat daher durchaus Vorbildcharakter für das deutsche IQWIG. Neben der umfassenden Beurteilung der wissenschaftlichen Evidenz eines Verfahrens oder einer Maßnahme führt  das NICE immer auch eine ökonomische Analyse durch und legt Wert auf ein hohes Maß an Transparenz und die Beteiligung der jeweiligen Interessengruppen. Öffentlichkeit, Patientenvertreter und Fachgesellschaften sind an dem Bewertungsprozess beteiligt.

Auch wenn eine direkte Übertragung nicht möglich ist, kann Deutschland bei der Implementierung von Kosten-Nutzen-Bewertungen von den Erfahrungen des NICE profitieren. Allein das Herausgeben von Empfehlungen auf Basis von Kosten – Nutzen – Bewertungen führt noch nicht zu Kosteneinsparungen.  Vielmehr sind die Akteure früher in den Prozess einzubinden, die Methodik zu verbessern, Public Reporting anzuwenden sowie die Versorgungsqualität und Patientenpräferenzen stärker einzubeziehen.

Kosten–Nutzen–Bewertungen, die auf der Basis von Health Technology Assessments (HTA) durch unabhängige Institutionen wie das NICE oder IQWiG durchgeführt werden, leisten einen wichtigen Beitrag zur Weiterentwicklung der Methoden und Akzeptanz Evidenz-basierter Medizin.

Die AG Managed Care will auch künftig die Entwicklungen anderer internationaler Gesund-heitssysteme näher betrachten und  den Austausch von Ideen und Konzepten zur Weiter-entwicklung von Gesundheitssystemen fördern.

BMC-Termine 2010

 

BMC-Schriftenreihe Band IV

Das Gesund-
heitsunter-
nehmen als
Versorger
der Zukunkft

 

 

Perspektiven erkennen
Chancen ergreifen
Strategien umsetzen

 

BMC-Schriftenreihe Band III

Managed Care
in Europa

 

 

 

 

 

BMC-Schriftenreihe Band I, 2. Auflage

Integrierte
Versorgung
und Medizi-
nische Ver-
sorgungs-
zentren